Die polnische Küche entstand in einem Klima, in dem ein halbes Jahr lang nichts wächst: daher Einlegen, Räuchern, Trocknen und der Keller. Nach dem Krieg wurde sie jahrzehntelang auf ein Dutzend Gerichte eingeebnet, und seit den 2000er Jahren kehren die regionalen Varianten auf die Karten zurück.
Piroggen
Teig aus Mehl und Wasser, gefüllt und gekocht. Ruskie mit Quark und Kartoffel, mit Fleisch, mit Kraut und Pilzen zu Weihnachten, mit Spinat oder süß mit Heidelbeeren und Erdbeeren im Sommer. Serviert mit gerösteten Zwiebeln oder Grieben. Die regionalen Entsprechungen sind schlesische Klöße, Kopytka und Pyzy.
Suppen
Żurek, mit Roggensauerteig gesäuert, mit Weißwurst und Ei, mitunter im Brotlaib serviert. Barszcz aus gesäuerten Roten Beten, zu Weihnachten mit kleinen Teigtaschen, sonst mit einer Krokette. Rosół am Sonntag. Chłodnik, kalte Rote-Bete-Suppe mit Sauermilch, im Sommer. Kuttelsuppe und Erbsensuppe sind Milchbarkost.
Hauptgerichte
Bigos, Sauerkraut mit Frischkraut, Fleisch, Wurst und getrockneten Pilzen geschmort, mehrfach aufgewärmt und jedes Mal besser. Das panierte Schweinekotelett mit Kartoffeln und Gurkensalat ist der Sonntagsstandard. Kohlrouladen, Rinderrouladen, Ente mit Äpfeln und Karpfen zu Weihnachten. Kartoffelpuffer mit Gulasch im Gebirge.
Regionen
Schlesien hat Rinderrouladen mit Klößen und Rotkraut. Das Podhale hat Oscypek, einen geräucherten Schafskäse mit geschützter Ursprungsbezeichnung, gegrillt mit Preiselbeeren. Podlachien hat Kartacze und Baumkuchen. Großpolen hat Kartoffeln mit Quark und Martinshörnchen. Kaschubien hat Fisch und Erdbeeren.
Süßes und Getränke
Käsekuchen, Mohnkuchen, Apfelkuchen, Krapfen am Fetten Donnerstag und Faworki. Trockenobstkompott zu Weihnachten. Wodka ist das Nationalgetränk, doch die letzten fünfzehn Jahre gehören dem Craft Beer mit mehreren hundert Brauereien. Auch polnischer Wein kehrt zurück, vor allem aus dem Südosten und dem Lebuser Land.
Wo man isst
Die Milchbar, eine subventionierte Kantine aus der Volksrepublik mit billiger Hausmannskost, gibt es in größeren Städten noch immer. Darüber hinaus sind die Restaurantszenen von Warschau, Krakau und Breslau inzwischen europäisch, und die Preise liegen deutlich unter westlichem Niveau. Gegessen wird früh; in kleineren Städten schließt die Küche gegen einundzwanzig Uhr.